Titelbild: Abwasser

Kanalinspektion


Unter Kanalinspektion versteht man in der Regel eine TV-Befahrung des Rohrnetzes der Kanalisation. Um zeitnah die Ursache für Verstopfungen in Rohr-, Leitungs- und Kanalsystemen zu finden, Lecks zu orten oder Kanäle nach kommunalen Regelungen turnusgemäß zu kontrollieren, werden TV-Kanalinspektionen in den Haupt-und Anschlußkanälen durchgeführt. Bei dieser Technik fährt eine mobile Kamera durch die Leitungen. Mit Hilfe einer speziellen Software werden Bilder, Videos und Berichte (Reports) erstellt, so dass man sich anhand der Aufzeichnungen später jederzeit die Schäden ansehen und bewerten kann.

Sanierung der Grundstücksanschlüsse


Der Begriff „Grundstücksanschluss“ ist in der Satzung als die Leitung vom Hauptkanal bis zum Kontrollschacht definiert.

Rechtliche Anforderungen
Laut DIN 1986- 30 müssen bestehende Anlagen zur Ableitung von häuslichem Schmutz- oder Mischwasser
auf Dichtigkeit geprüft werden. Dies gilt für die Hauptkanäle wie auch für die Grundstücksanschlüsse. Um dieser Forderung nachzukommen, hat das gKu VE München Ost im Jahr 2003 mit der Inspektion und Druckprüfung der Grundstücksanschlüsse begonnen. Bei festgestellten Schäden und Undichtigkeiten werden diese Kanäle saniert.

 

Schäden

Folgende Schäden können auftreten:

  • Undichtigkeiten
  • Grundwasserinfiltration
  • Abflusshindernisse
  • Lageabweichungen
  • Mechanischer Verschleiß
  • Korrosion
  • Verformungen
  • Risse
  • Scherbenbildung
  • Fehler in Abzweigen und Stutzen

 Von den untersuchten Kanälen sind ca. 30% schadhaft.

 

Sanierungsplan
Aus den verschiedenen Sanierungsverfahren wird vom Ingenieurbüro für jeden Fall das am besten geeignete ausgewählt. Bei den bisher untersuchten Anschlüssen wurden hauptsächlich Wurzeleinwüchse, Lageabweichungen und Schäden an Muffen festgestellt. Für diese Schäden hat sich die Sanierung durch Einbau eines Inliners bewährt. Hierbei wird nach der Reinigung und Entfernung der Wurzeln und Hindernisse im Kanalrohr ein flexibler, mit Harz getränkter Plastikschlauch in die Kanäle eingebracht, der aushärtet und ein festes Innenrohr bildet, in das Wurzeln nicht mehr eindringen können.

Auf die Arbeiten besteht 4 Jahre Gewährleistung. In 13 Jahren der Erprobung sind bisher keine Schäden an den Sanierungen aufgetreten.

 

Vorgehensweise bei der Inlinersanierung
Es wird vom Revisionsschacht bzw. von der Putzöffnung in Richtung Hauptkanal saniert. Zunächst werden Wurzeleinwüchse oder andere Hindernisse mit einem Fräsroboter beseitigt. Anschließend wird der Kanal durch Hochdruckspülung gereinigt. Das Absperren mit  Rohrdichtkissen und ggf. Umleiten der anfallenden Abwasser verhindert die erneute Verschmutzung vor dem Einbau des Inliners. Der Inliner wird mittels in die Hausanschlussleitung eingestülpt und mit Warmwasser aufgestellt und ausgehärtet. Im Anschluss werden die Enden geöffnet und bündig an das Hauptkanalrohr bzw. den Revisionsschacht/Putzöffnung angefräst. Im Hauptkanal wird eine Kunststoffschalung gesetzt und mit Harz verpresst um eine verschiebesichere Arretierung des Liners in Längsrichtung sicherzustellen und die Hinterläufigkeit des Liners zu vermeiden. Nach Entfernen der Kunststoffschalung kann der Hausanschluss wieder in Betrieb genommen werden. Der gesamte Einbau dauert ca. 5-6 Stunden, während dieser Zeit ist der Wasserverbrauch nur eingeschränkt möglich. Zur Abnahme der Leistung wird der Kanal noch mal gereinigt und mit der TV-Kamera inspiziert.

 

Derzeitiger Stand
Bisher wurden in den Gemeinden Kirchheim, Aschheim, Feldkirchen, Vaterstetten, sowie in den Wasserschutzgebieten Pöring, Baldham, Kirchseeon und Neufinsing Arbeiten durchgeführt.

Ansprechpartner Kanalinspektion/-sanierung

Stefan Wagner
Tel. 08121- 701- 313
e-mail: stefan.wagner@gku-vemo.de