Titelbild: Entsorgung steht im Vordergrund



 


Entsorgung steht im Vordergrund

 

POING.19.11.2018. Kein Geheimnis ist es, dass der Münchner Osten als extreme Wachstumsregion gerade bewegte Zeiten erlebt. Die Entwicklung macht auch vor den Toren von VE|MO nicht Halt. Das gemeinsame Kommunalunternehmen von 13 Gemeinden ist sogar ein maßgeblicher Faktor bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben. Dies schlägt sich in den Themen der regelmäßig stattfindenden Verwaltungsratssitzungen des Kommunalunternehmens nieder.  

Am 13.11.2018 fand die vierte Sitzung des Verwaltungsrats bei VE|MO in diesem Jahr statt. In der Sitzung wurde u.a. um die anstehenden, wachstumsgetriebenen Baumaßnahmen zur Kapazitätserhöhung der Kläranlage in Finsing diskutiert.  Ergänzend dazu wurden auch Planungen für eine  sog. „vierte Reinigungsstufe“ auf dem Gelände der Kläranlage vorgestellt. Die Entsorgung war somit der Schwerpunkt der Sitzung. Neben diesem gewichtigen Thema wurden in der Sitzung auch rechtliche Fragen und Personalangelegenheiten behandelt. 

Zum Hintergrund:
Die Kläranlage besteht aus einem Parcours verschiedener Reinigungsschritte, die das einfließende Schmutzwasser durchlaufen muss, bevor es – mit einer verbesserten Qualität – wieder in die Umwelt, sprich: den Isar-Kanal, zurückläuft. Hierbei werden mechanische, chemische sowie biologische Verfahren eingesetzt. Diese Verfahren sind seit langem bewährt und werden standardisiert in allen deutschen Kläranlagen eingesetzt. Sie orientieren sich an den vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzwerten. 

Hier holt uns der sog. „Bumerang-Effekt“ ein: In der aktuellen Diskussion wird deutlich, dass Phänomene wie eine alternde Gesellschaft, wachsender Zuzug von Menschen, Änderung des Verbraucherverhaltens („Wegwerfgesellschaft“) und Fortschritte in Pharmakologie und Medizin längst zu erheblichen Veränderungen der Abwasserqualität und –menge auch bei uns geführt haben. Insbesondere Arzneimittelrückstände werden immer wieder in der öffentlichen Diskussion genannt: Die Befunde zeigen hier eine stetige Zunahme. Damit verbundene Umweltauswirkungen werden zunehmend ersichtlich.  Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit können daher nicht ausgeschlossen werden. Folglich wird auf nationaler Ebene, aber auch in Europa jetzt diskutiert, Grenzwerte für diese Stoffe zu beschließen. Damit verbunden ist die Aufgabe an die Klärwerke, entsprechende Verfahren zu prüfen und einzurichten, die die Einhaltung dieser (noch nicht bekannten) Grenzwerte ermöglichen. So kommt die sog. „vierte Reinigungsstufe“ ins Spiel, die schon bald eine zwingende Einrichtung auf unserer Kläranlage sein könnte.  

Nur wenige – bisher experimentelle - Verfahren eignen sich zur Filterung der beschriebenen Rückstände. Es überrascht daher wenig, dass die Verfahren mit hohen Kosten verbunden sind. Neben den Erstinvestitionen in entsprechende Becken und Technik, werden auch laufende Kosten für Verbrauchsmaterialien wie z.B. Filter steigen.  

Zu einer Zeit, da VE|MO  mit den Folgen einer extrem wachsenden Bevölkerung im Einzugsgebiet kämpft, weil mehr Menschen logischerweise mehr Abwasser bedeuten, erschwert die zu erwartende Nachrüstungspflicht für eine neue Reinigungsstufe die Wirtschaftsplanung für die kommenden fünf Jahre. Auch wenn das Unternehmen mit einer durchdachten Projektplanung und stufenweisen Vorgehensweise unmittelbare Abgabenerhöhungen zunächst zu vermeiden hofft, steht ein gewaltiger Finanzbedarf im Raum. Allein für die Kapazitätserweiterung der vorhandenen Klärstufen auf 200.000 Einwohnerwerte wird ein zweistelliger Millionenbetrag in den kommenden 5 Jahren aufzuwenden sein.  

Zweifellos handelt es sich aber hierbei um notwendige und unabweisbare Maßnahmen, da oberste Priorität in der Trinkwasserver- und Schmutzwasserentsorgung die umweltgerechte Erledigung und die dauerhafte Sicherung der Versorgung haben. Das Oberziel lautet „Volksgesundheit“, also eine nachhaltige und gesundheitlich unbedenkliche Ver- und Entsorgungspolitik.



 


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